Das Smartphone im Auto

28 Jun Das Smartphone im Auto

Das Smartphone im Auto,

sollte am besten ausgeschaltet bleiben, damit sich die Fahrer*in vollständig auf das Fahren konzentrieren kann. In der Realität können sich jedoch die meisten Mitmenschen, insbesondere die jüngeren unter uns, nicht mehr von ihrem Smartphone trennen, sie wollen immer und überall mit Allem verbunden sein. Auch ist ein Navigator unentbehrlich um das Ziel zu erreichen. Verschicken Freunde eine Kurznachricht, erwarten sie prompte Antwort.

Fast jeder zweite Autofahrer benutzt während der Fahrt gelegentlich ein Mobiltelefon, auch ohne Freisprechanlage. Viele sind sogar während der Fahrt in sozialen Netzwerken aktiv. Eine vom Autobauer Ford zum Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“ in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass u.a. in Deutschland ein Viertel aller Autofahrer bereits „Selfies“ während der Fahrt aufgenommen haben (Deutscher Verkehrsgerichtstag 2015 „Unfallursache Smartphone – Unkonzentriert am Steuer“ von Peter Schlanstein).

Die Benutzung eines Handys oder Smartphones und die damit verbundene Ablenkung vom fließenden Verkehr erhöht das Unfallrisiko um ein Vielfaches, dass man/frau zwei Dinge gleichzeitig tun kann, ist ein Gerücht dem keinesfalls zu glauben ist.

Wer hinter dem Steuer sitzt, darf nicht telefonieren, außer er nutzt eine Freisprechanlage. Handys oder Smartphones dürfen nicht genutzt werden. Was ein nutzen ist, wird vom Gesetzgeber weit ausgelegt. So ist das Wegdrücken eines Anrufers während der Fahrt bereits eine verbotene Nutzung des Handys, vgl. OGL Köln, Az.: III-1 Rbs 39/12. Auch wer eine sms liest und das Handy dazu aus der Mittelkonsole nimmt, handelt ordnungswidrig. Dasselbe gilt für Autofahrer, die das Handy hochnehmen um einen Blick auf die Uhrzeit zu werfen, vgl OLG Hamm, Az.: 2 Ss Owi 402/06; Az.: 2 Ss Owi 177/05

Der Wortlaut des § 23 Absatz 1a StVO ist eindeutig:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.“

Dem aufmerksamen Leser entgeht nicht, dass im letzten Halbsatz von Fahrzeugen und Kraftfahrzeugen die Rede ist. Das Verbot der Handynutzung gilt nämlich auch für Fahrradfahrer, sie zahlen 25,00 €, wenn sie ertappt werden. Wer mit Handy am Steuer eines Kfz erwischt wird, muss 60,00 € Bußgeld zahlen und und bekommt einen Punkt im Fahreignungsregister eingetragen. Im Wiederholungsfall kann sogar ein Fahrverbot verhängt werden.

Das Unfallrisiko erhöht sich durch das Schreiben einer sms z.B. um das Zwanzigfache. Verwirklicht sich das Risiko in einem Unfallgeschehen, kann die Versicherung zu Recht vom Vorliegen grober Fahrlässigkeit ausgehen und der Unfallverursacher muss den Schaden selbst ersetzen.

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